Amazon A+ Content erstellen: Aufbau, Module und Beispiele
Von SuzanAktualisiert am 5 Min. Lesezeit
Voraussetzungen für A+ Content
Laut Amazon-Richtlinien (Stand 2026) können Verkäufer mit Markenregistrierung (Brand Registry) A+ Content anlegen. Ist deine Marke registriert, findest du den Bereich im Seller Central. Für Premium A+ gelten zusätzliche Voraussetzungen, die Amazon dir dort anzeigt. Prüfe die aktuelle Fassung immer im Seller Central, weil sich die Bedingungen ändern können.
Der A+ Bereich ersetzt die einfache Textbeschreibung. Wer bis hierhin scrollt, ist interessiert, aber noch nicht überzeugt. Er sucht Bestätigung. Genau die solltest du liefern.
Die Dramaturgie: in fünf Schritten
Blerim und ich bauen jeden A+ Content in derselben Reihenfolge auf. Sie folgt dem, was der Käufer im Kopf hat, wenn er nach unten scrollt.
- Botschaft: Ein großes Bild mit dem wichtigsten Satz zu deinem Produkt.
- Problem und Lösung: Welches Problem hat der Käufer, wie löst dein Produkt es?
- Kundenthemen: Die häufigsten Fragen und Zweifel aus Bewertungen, sichtbar beantwortet.
- Vertrauen: Material, Verarbeitung, Anwendung, alles, was Unsicherheit nimmt.
- Markengeschichte: Wer steckt dahinter und warum gibt es das Produkt?

Die Vergleichstabelle für deine Produkte
Wenn du mehrere Produkte oder Varianten verkaufst, gehört die Vergleichstabelle zu den nützlichsten Modulen. Sie stellt deine eigenen Produkte nebeneinander und hilft dem Käufer, die richtige Variante zu finden, statt dein Listing zu verlassen.
- Nur deine eigenen Produkte vergleichen
- Wenige Zeilen, die echte Unterschiede zeigen
- Keine Fachbegriffe, die erst erklärt werden müssen
- Das aktuelle Produkt klar hervorheben
Brand Story
Die Brand Story ist ein eigener Bereich, in dem du deine Marke vorstellst und auf weitere Produkte verweist. Sie erscheint bei allen Produkten deiner Marke. Deshalb lohnt es sich, sie einmal gut zu machen. Farben, Schriften und Bildsprache sollten zu deinen Listing-Bildern und deiner Verpackung passen.

A+ Content auf dem Handy
Auf dem Handy werden die Module untereinander und kleiner angezeigt. Text, der in einer Grafik am Monitor gut lesbar ist, wird dort schnell winzig. Ich gestalte jedes Modul deshalb zuerst für den kleinen Bildschirm und prüfe es in der Vorschau des Seller Central auf beiden Ansichten.
Häufige Fehler
- Zu viel Text: lange Absätze in Grafiken liest niemand. Ein wichtiger Satz pro Modul reicht.
- Wiederholung der Galerie: dieselben Bilder wie oben verschenken Platz. A+ sollte vertiefen, nicht wiederholen.
- Kein roter Faden: hübsche Module ohne Reihenfolge erzählen keine Geschichte.
- Versprechen, die das Produkt nicht hält: führt zu Enttäuschung und schlechten Bewertungen.
- Nicht mobil geprüft: kleine Schrift und feine Details gehen auf dem Handy verloren.
Schritt für Schritt zum fertigen A+ Content
So gehen wir vor, wenn wir A+ Content für eine unserer eigenen Marken oder für Kunden erstellen:
- Ziel klären: Was soll der Käufer nach dem Scrollen über dein Produkt glauben?
- Bewertungen lesen: Welche Fragen sind nach der Bildstrecke noch offen?
- Gliederung schreiben: Für jedes Modul eine Überschrift und ein Satz, noch ohne Gestaltung.
- Module auswählen: Welche Modultypen passen zu den Inhalten? Bild mit Text, Vergleichstabelle, großes Bannerbild.
- Gestalten: Zuerst für das Handy, dann für den Desktop prüfen.
- Vorschau prüfen: Im Seller Central beide Ansichten durchgehen und Tippfehler suchen.
- Einreichen: Amazon prüft den Inhalt, bevor er erscheint.
Texte im A+ Content
Viele denken bei A+ nur an Bilder. Die Texte sind aber genauso wichtig. Halte sie kurz und konkret, schreib in der Sprache deiner Käufer und vermeide Behauptungen, die du nicht belegen kannst. Ein Satz wie "Hautfreundliches Silikon, das sich angenehm trägt" sagt mehr als ein Absatz mit allgemeinen Qualitätsversprechen.
Einheitlicher Auftritt
Wenn du mehrere Produkte verkaufst, lohnt sich eine gemeinsame Vorlage. Gleiche Farben, Schriften und Modulreihenfolge sorgen dafür, dass Käufer deine Marke wiedererkennen. Bei unseren eigenen Marken BS Luxry und Diamond Buds nutzen wir für jedes Produkt dieselbe Grundstruktur und passen nur die Inhalte an. Das spart Zeit und macht den Auftritt stimmig.
Was du heute schon tun kannst
Scroll auf dem Handy durch deinen aktuellen A+ Content und stell dir bei jedem Modul eine Frage: Erfahre ich hier etwas, das ich in der Bildstrecke noch nicht gesehen habe? Wenn nicht, ist das Modul ein Kandidat zum Überarbeiten. Prüfe danach, ob die fünf Schritte der Dramaturgie vorkommen und ob die Reihenfolge stimmt. Oft reicht es schon, Module umzusortieren und Texte zu kürzen, um den roten Faden deutlich klarer zu machen.
Wenn du noch gar keinen A+ Content hast, beginne mit drei Modulen: Botschaft, Problem und Lösung, Vertrauen. Ergänze die übrigen später.

Über die Autorin
Suzan
Suzan ist Designerin bei Bild & Bilanz. Sie gestaltet Listing-Bilder, A+ Content, KI-Produktvideos und Verpackungen für Amazon-Produkte.
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